
Betriebsabfälle
Teil von Gewerbeabfall entsorgen: Pflichten, Nachweise und Kosten im Betrieb
Umladestation oder Direktanlieferung im Vergleich für kleine Mengen
Umladestation oder Direktanlieferung für kleine Abfallmengen: Gebühren, Anlieferpreise, Entfernungen und Begleitpapiere im direkten Vergleich.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Beide Wege stehen Betrieben ab etwa einer Tonne offen, meist nach vorheriger Anmeldung.
- Umladestationen liegen oft 15 bis 25 Kilometer entfernt, Behandlungsanlagen 60 bis 150 Kilometer.
- Die Umladestation berechnet eine Umladegebühr je Tonne, die Anlage nur den Anlieferpreis.
- Im Rechenbeispiel kostet die Direktanlieferung 431 Euro je Tonne, die Umladung 244 Euro je Tonne, jeweils netto zuzüglich Umsatzsteuer.
- Die Papiere sind auf beiden Wegen gleichAnlieferungserklärung, Abfallschlüssel und Wiegeschein.
Zwei Wege, zwei Kostenblöcke
Gewerbebetriebe mit sporadischen Abfällen liefern entweder selbst an eine Behandlungsanlage oder an eine Umladestation. Die Station nimmt kleinere Fahrzeuge an, bündelt die Mengen mehrerer Anlieferer und schickt volle Ladungen weiter. Die Abfallpolitik des Bundes ordnet dabei die Verwertung vor der Beseitigung ein (Verwertung vor der Beseitigung).
Bei der Direktanlieferung zahlen Betriebe den Anlieferpreis je Tonne zuzüglich Umsatzsteuer plus den Transport. Bei der Umladung kommt zur Umladegebühr je Tonne der Anlieferpreis hinzu, den die Station an den Anlagenbetreiber weiterreicht. Der zweite Weg spart Kilometer, kostet aber eine zusätzliche Position auf der Rechnung.
Vergleichstabelle: Mengen, Entfernungen und Papiere
Vergleichstabelle
Umladestation
- Übliche Mindestmenge
- ab einer Tonne je Anlieferung
- Entfernung ab Betrieb
- 15 bis 25 Kilometer
- Preis je Tonne netto
- Umladegebühr plus Anlieferpreis
- Papiere
- Anlieferungserklärung, Wiegeschein
- Fahrzeug
- Transporter oder Anhänger
Direktanlieferung
- Übliche Mindestmenge
- ab einer Tonne, teils ab drei Tonnen
- Entfernung ab Betrieb
- 60 bis 150 Kilometer
- Preis je Tonne netto
- Anlieferpreis
- Papiere
- zusätzlich Begleitschein bei gefährlichen Abfällen
- Fahrzeug
- Lastkraftwagen oder großer Anhänger
Die Spannen sind Annahmen für das Rechenbeispiel und ersetzen kein Angebot des Betreibers. Alle Beträge gelten netto zuzüglich Umsatzsteuer.
Umladestation oder Direktanlieferung
Umladestation
- Mindestmenge
- ab 1 Tonne
- Entfernung
- 15-25 km
- Preis je Tonne
- Umladegebühr + Anlieferpreis
- Papiere
- Anlieferungserklärung, Wiegeschein
- Fahrzeug
- Transporter oder Anhänger
Direktanlieferung
- Mindestmenge
- ab 1 Tonne
- Entfernung
- 60-150 km
- Preis je Tonne
- Anlieferpreis
- Papiere
- Begleitschein bei Gefahrgut
- Fahrzeug
- Lastkraftwagen oder Anhänger
Rechenbeispiel für sechs Tonnen
Angenommen werden sechs Tonnen Gewerbeabfall, ein Anlieferpreis von 165 Euro je Tonne und 1,90 Euro je Kilometer für einen 7,5-Tonner.
- Direktanlieferung990 Euro Anlieferpreis, drei Fahrten über je 140 Kilometer, 1.596 Euro Transportkosten, zusammen 2.586 Euro oder 431 Euro je Tonne.
- Umladestation45 Euro Umladegebühr plus 165 Euro Anlieferpreis ergeben 210 Euro je Tonne, dazu 205 Euro Transport für drei Fahrten über je 18 Kilometer, zusammen 1.465 Euro oder 244 Euro je Tonne.
- Mit 19 Prozent Umsatzsteuer steigen die Beträge auf 3.077 Euro und 1.743 Euro.
Der Vorteil der Umladung wächst mit der Entfernung zur Anlage und schrumpft bei kurzen Wegen. Bei sechs Tonnen und 140 Kilometern kostet die Direktanlieferung im Beispiel fast doppelt so viel je Tonne.
Begleitpapiere für beide Wege
An jeder Waage wird der Abfallschlüssel nach der Abfallverzeichnis-Verordnung abgefragt. Dazu kommen Anlieferungserklärung und Wiegeschein, die beide Wege verlangen. Gefährliche Abfälle erfordern zusätzlich Begleitscheine, die Nachweis- und Registerpflichten gelten unabhängig vom Anlieferweg (rechtliche Grundlagen des Abfallrechts). Kleinbetriebe ohne eigenes Fahrzeug beauftragen ein Entsorgungsunternehmen, das die Tour plant.
Reale Anlagenbetreiber und ihre Standorte
Umladestationen betreiben in Deutschland unter anderem Remondis, PreZero, Veolia und ALBA. Sie liegen häufig an Logistikstandorten mit kurzer Anfahrt. Die Weitertransporte gehen an Müllheizkraftwerke wie Ruhleben in Berlin oder an die Abfallverwertungsanlage Augsburg und an Anlagen von EEW Energy from Waste. Nicht stofflich verwertbare Abfälle werden dort verbrannt oder abgelagert (Entsorgung nicht verwertbarer Abfälle).
Checkliste vor der ersten Anlieferung
- Annahmeerklärung des Betreibers einholen und Abfallschlüssel abstimmen.
- Öffnungszeiten der Waage prüfen.
- Fahrzeuggröße und zulässiges Gesamtgewicht klären.
- Angebote für Tonne, Transport und Umladung vergleichen.
- Begleitscheine für gefährliche Abfälle vorbereiten.
Häufige Fragen
Ab welcher Menge nimmt eine Umladestation an?
Viele Stationen nehmen ab einer Tonne je Anlieferung an, größere Anlagen verlangen teils drei Tonnen.
Welche Papiere gehören ins Fahrzeug?
Anlieferungserklärung, Wiegeschein und Abfallschlüssel, bei gefährlichen Abfällen zusätzlich der Begleitschein.
Was kostet die Umladung je Tonne?
Im Rechenbeispiel 45 Euro Umladegebühr netto zuzüglich Umsatzsteuer, dazu der Anlieferpreis der Anlage.
Lohnt sich die Direktanlieferung überhaupt?
Bei kurzen Wegen bis etwa 30 Kilometern kann sie günstiger sein, weil die Umladegebühr entfällt.



