
Betriebsabfälle
Teil von Sammelsysteme vergleichen: Behälter, Pressen und Anbieter im Betrieb
Ratgeber für die Wahl der Behältergröße im Betrieb mit Volumentabelle
Behältergröße im Betrieb bestimmen: Volumentabelle von 60 bis 1100 Litern, Leerungsintervalle, Gewichte je Leerung sowie Hinweise zu kommunalen Vorgaben.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Behältergrößen von 60 bis 1100 Litern decken die üblichen Gewerbemengen ab.
- Maßgeblich ist das Abfallvolumen pro Woche, nicht die Mitarbeiterzahl.
- Kürzere Leerungsintervalle vergrößern die nutzbare Wochenmenge.
- Das Gewicht je Leerung begrenzt vor allem Bioabfall und Speisereste.
- Satzung der Kommune und Abfallberatung vor der Bestellung prüfen.
Wöchentliche Abfallmenge ermitteln
Die passende Behältergröße ergibt sich aus dem Volumen, das in einer Woche anfällt. Zählen Sie über sieben Tage alle Säcke und Behälter je Abfallart und rechnen Sie Sackgrößen in Liter um. Ein 60-Liter-Sack entspricht 60 Litern, ein 120-Liter-Sack 120 Litern. Vergleichszahlen zum gesamten Aufkommen liefert die Abfallstatistik des Umweltbundesamts, die jährliche Erhebungen zum Abfallaufkommen führt.
So gehen Sie vor:
- Erfassen Sie sieben Tage lang alle Säcke und Behälter je Abfallart.
- Rechnen Sie Sackvolumen in Liter umAnzahl mal Sackgröße, also 12 mal 60 Liter = 720 Liter.
- Addieren Sie die Liter je Abfallart zu einer Wochenmenge.
- Prüfen Sie die Gewichte mit den Richtwerten der Volumentabelle.
- Wählen Sie die Behältergröße, die die Wochenmenge mit Reserve aufnimmt.
Wochenmenge richtig erfassen
- Jede Abfallart eine Woche getrennt erfassen
- Spitzenwochen mit 20 Prozent Zuschlag einplanen
- Wochenmenge durch Leerungen pro Woche teilen
- In der Volumentabelle nächstgrößeren Behälter wählen
Volumentabelle: Behältergrößen von 60 bis 1100 Liter
Die Tabelle gilt für eine Leerung pro Woche. Bei anderen Intervallen verändern sich die nutzbaren Wochenmengen.
| Behältergröße | Wochenmenge bei einer Leerung | Gewicht je Leerung (Richtwert) | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| 60 Liter | bis 60 Liter | 6 bis 12 kg | Kleinbüro, Praxis |
| 120 Liter | bis 120 Liter | 12 bis 25 kg | Laden, Werkstatt |
| 240 Liter | bis 240 Liter | 25 bis 50 kg | Handwerksbetrieb, Gastronomie |
| 660 Liter | bis 660 Liter | 70 bis 130 kg | Produktion, Hotel |
| 770 Liter | bis 770 Liter | 80 bis 150 kg | Filiale, Kantine |
| 1100 Liter | bis 1100 Liter | 110 bis 220 kg | Logistik, Gewerbepark |
Die Gewichte sind Richtwerte und schwanken mit Verdichtung, Feuchte und Sammelgut. Restmüll wiegt etwa 0,1 bis 0,2 Kilogramm je Liter. Bioabfall und Speisereste erreichen 0,4 bis 0,7 Kilogramm je Liter. Prüfen Sie zusätzlich die zulässige Hebe- und Kipplast an Ihrer Stellfläche. Sie steht in der Herstellerangabe des Behälters und in den Vorgaben des Abfuhrfahrzeugs.
Leerungsintervalle und kommunale Vorgaben
Restmüll wird vielerorts alle zwei Wochen geleert, Papier und Verpackung oft alle vier Wochen. Bei 14-tägiger Leerung halbiert sich die nutzbare Wochenmenge, bei zwei Leerungen pro Woche verdoppelt sie sich. Zulässige Behältergrößen, Mindestintervalle und Bereitstellungszeiten regelt die Satzung Ihrer Kommune.
Welche Wege Restmüll und Wertstoffe nehmen, beschreibt das Umweltbundesamt unter Entsorgung mit den Schritten Sammlung, Transport und Behandlung.
Die Gebühr setzt sich typischerweise aus einer Grundgebühr je Behälter und einer Gebühr je Leerung zusammen. Ein größerer Behälter mit seltenerer Leerung kann günstiger sein, wenn die Satzung das zulässt. Fragen Sie den Entsorger nach dem Preis je Leerung.
Rechenbeispiel: 720 Liter Restmüll pro Woche
Eine Werkstatt mit acht Beschäftigten füllt zwölf Säcke von je 60 Litern, also 720 Liter pro Woche. Bei wöchentlicher Leerung reicht ein 770-Liter-Container mit Reserve. Bei 14-tägiger Leerung braucht der Betrieb zwei 770-Liter-Container. Alternativ kommt ein 1100-Liter-Container mit Zusatzbehälter infrage.
Die Gewichtsprüfung ergibt: 720 Liter mal 0,1 bis 0,2 Kilogramm je Liter sind 72 bis 144 Kilogramm. Für Speisereste mit 0,4 bis 0,7 Kilogramm je Liter wären es 288 bis 504 Kilogramm. Bei Speiseresten kann das die zulässige Hebe- und Kipplast der Stellfläche überschreiten. Die Gewichtsprüfung bleibt nötig, weil Verdichtung und Feuchte die Werte verändern.
Abfallberatung der Kommune nutzen
Viele Kommunen und Entsorgungsträger beraten Betriebe kostenlos. Die Beratung prüft Volumen, Trennverhalten und Vertragsgröße und nennt die örtlich zugelassenen Behälter. Welche Abfallarten getrennt zu erfassen sind, listet das Umweltbundesamt mit Beispielen auf. Vor einer Vertragsänderung lohnt ein Blick auf die letzten Abfuhrbelege.
Häufige Fragen
Wie groß sollte der Restmüllbehälter im Betrieb sein?
Nach dem Wochenvolumen. Die Tabelle nennt übliche Größen für typische Betriebe.
Warum ist das Gewicht je Leerung wichtig?
Weil schwere Fraktionen die zulässige Kipplast überschreiten können. Prüfen Sie Herstellerangabe und Fahrzeugzulassung.
Wann lohnt ein größerer Behälter mit seltenerer Leerung?
Wenn Stellfläche knapp oder der Anfahrtsweg teuer ist. Prüfen Sie, ob die Satzung längere Intervalle zulässt.
Wo erfahre ich die Vorgaben meiner Kommune?
In der Abfallsatzung und bei der kommunalen Abfallberatung. Beide nennen zugelassene Größen, Intervalle und Gebühren.
Lässt sich die Behältergröße nachträglich ändern?
Ja, meist zum nächsten Abfuhrrhythmus. Typische Frist: zwei bis vier Wochen vor dem Termin, oft zum Monats- oder Quartalsbeginn. Möglich sind eine Änderungsgebühr, Kosten für den Behältertausch und die neue Grundgebühr.



