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Wertstoffverwertung

Teil von Wie organisiere ich die Wertstoffverwertung im Betrieb und welche Fraktionen muss ich trennen?

4 Schritte zur Einführung der Wertstofftrennung im Betrieb

Wertstofftrennung einführen: vier Schritte von der Mengenanalyse über Behälterwahl und Vertrag bis zur Unterweisung, mit Kosten in Euro und Kennzahlen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Vier Schritte führen zur getrennten SammlungMengenanalyse, Behälterwahl, Vertragsanpassung, Unterweisung.
  • Planen Sie je Sammelplatz 250 bis 900 Euro netto für Behälter, Beschilderung und Bodenmarkierung.
  • Messen Sie Trennquote, Fehlwurfquote und Restmüllmenge je Beschäftigtem und Monat.
  • Zuständig sind Betriebsleitung, Einkauf, Facility Management und der Entsorgungsdienstleister.
  • Ohne Unterweisung fällt die Trennquote nach drei Monaten zurück.

Schritt 1: Mengen erfassen und Trennziele festlegen

Wiegen Sie zwei Wochen lang jede Fraktion einzeln: Papier, Karton, Folien, Metalle, Glas, Holz und Restmüll. Beteiligen Sie den Abfallbeauftragten, den Einkauf und die Betriebsleitung. Die Zuordnung richten Sie an den vom Umweltbundesamt beschriebenen Abfallarten und ihren Entsorgungswegen aus.

Mengen erfassen und Ziele setzen

  1. Zwei Wochen jede Fraktion einzeln wiegen
  2. Abfallbeauftragten, Einkauf und Leitung beteiligen
  3. Ist-Zustand und Ziel aus Werten ableiten
  4. Ziel20 Prozent weniger Restmüll in sechs Monaten
  5. Abfallhierarchie nach KrWG einhalten

Aus den Werten leiten Sie Ist-Zustand und Ziel ab. Beispiel: 40 Beschäftigte erzeugen 600 Kilogramm Restmüll im Monat, davon rund ein Drittel Verpackungen. Ein realistisches Ziel sind 20 Prozent weniger Restmüll binnen sechs Monaten.

Rechtlich bindet Sie die Abfallhierarchie des Kreislaufwirtschaftsgesetzes: Vermeidung vor Vorbereitung zur Wiederverwendung, vor Recycling, vor sonstiger Verwertung, vor Beseitigung. Getrennt gesammelte Wertstoffe belegen die Erfüllung dieser Rangfolge.

Schritt 2: Behälter und Sammelplätze auswählen

Bemessen Sie die Behältergröße an der gewogenen Menge, nicht am vorhandenen Platz. Papier und Karton passen meist in 240-Liter-Behälter. Folien brauchen wegen des geringen Gewichts mehr Volumen, oft 660 Liter.

Entscheiden Sie zwischen zentraler Sammlung im Hof und dezentralen Sammelstellen nahe der Anfallstellen. Kurze Wege senken die Fehlwurfquote deutlich. Für jedes Material brauchen Sie eine beschriftete Kennzeichnung und, wo nötig, eine Auffangwanne.

Kalkulieren Sie je neuem Sammelplatz 250 bis 900 Euro netto. Enthalten sind Behälter, Beschilderung, Bodenmarkierung und bei Flüssigkeiten die Auffangwanne.

Schritt 3: Entsorgungsvertrag anpassen

Fordern Sie beim Entsorger ein Angebot für die neuen Fraktionen an. Nennen Sie ihm die gemessenen Mengen, die Behältergrößen und die Abholintervalle. Prüfen Sie, ob Papier, Metalle und Folien getrennt abgerechnet werden können.

Beispielrechnung mit regional typischen Annahmen: Bei 40 Beschäftigten und zwei Abholungen monatlich kostet Restmüll 220 bis 380 Euro je Tonne. Papier und Karton werden oft kostenfrei abgeholt, Altmetall bringt mitunter einen Erlös. Ein zusätzlicher Behälter schlägt mit 8 bis 15 Euro Miete je Monat zu Buche. Alle Beträge netto zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer.

Legen Sie die Vertragsänderung schriftlich fest, mit Laufzeit und Kündigungsfrist. Verlangen Sie eine jährliche Mengenübersicht, damit Sie die Trennquote nachhalten können.

Schritt 4: Beschäftigte unterweisen und Erfolg messen

Unterweisen Sie alle Beschäftigten vor dem Start, nicht danach. Erklären Sie, welches Material in welchen Behälter gehört und was Fehlwürfe kosten. Die DGUV-Prävention liefert Hinweise zu Sicherheit und Arbeitsschutz beim Umgang mit Abfällen und Behältern.

Wiederholen Sie die Unterweisung jährlich und bei jeder Änderung der Sammelstruktur. Aushänge an den Sammelstellen halten die Zuordnung präsent. Benennen Sie je Bereich eine Ansprechperson.

Kennzahlen für die Erfolgsmessung

Erfassen Sie die Werte monatlich aus den Wiegeprotokollen und den Entsorgungsrechnungen. Weichen die Werte ab, passen Sie Behälterstandorte und Beschilderung an.

KennzahlAusgangswertZiel nach sechs Monaten
Trennquote45 Prozentüber 80 Prozent
Fehlwurfquote im Wertstoffbehälter15 Prozentunter 5 Prozent
Restmüll je Beschäftigtem und Monat15 Kilogramm12 Kilogramm

Häufige Fragen

Was kostet die Einführung der Wertstofftrennung?

Für Behälter, Beschilderung und Markierungen liegen die Ausgaben je Sammelplatz bei 250 bis 900 Euro netto. Hinzu kommen die laufenden Entsorgungskosten, die der Entsorger je Tonne abrechnet.

Welche Pflichten hat der Betrieb nach dem KrWG?

Abfälle sind nach der Abfallhierarchie vorrangig zu vermeiden und zu verwerten. Die Gewerbeabfallverordnung verlangt zusätzlich die getrennte Sammlung von Papier, Glas, Metall, Kunststoff und weiteren Fraktionen, bevor gemischte Abfälle überlassen werden.

Wie oft müssen Beschäftigte unterwiesen werden?

Die Unterweisung erfolgt vor dem Start und danach mindestens einmal jährlich. Bei neuen Behältern, Standorten oder Materialien wiederholen Sie sie sofort.

Wie viele Behälter braucht ein Betrieb mit 40 Beschäftigten?

Das hängt von den gewogenen Mengen ab. Ein Bürobetrieb kommt häufig mit je einem Behälter für Papier, Verpackungen, Restmüll und Glas aus.

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