Foto zum Beitrag Sammelsysteme vergleichen: Behälter, Pressen und Anbieter im Betrieb
Foto von Vladvictoria auf Pixabay

Betriebsabfälle

Sammelsysteme vergleichen: Behälter, Pressen und Anbieter im Betrieb

Sammelsysteme vergleichen: Behälter von 120 bis 1100 Liter, Mulden, Pressen und Unterflurcontainer mit Mieten, Leerungskosten, Platzbedarf und Anbietern.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Mietbehälter von 120 bis 1100 Liter kosten marktüblich 1,50 bis 20 Euro pro Monat, eine Leerung 3 bis 60 Euro.
  • Je Liter Füllvolumen sind 1100-Liter-Behälter rund ein Fünftel günstiger als 240-Liter-Behälter.
  • Absetzmulden belegen 15 bis 18 Quadratmeter, Unterflurcontainer nur 2 bis 4 Quadratmeter sichtbare Stellfläche.
  • Ballenpressen verdichten Kartonagen und Folien auf bis zu ein Fünftel des Volumens.
  • Das Kreislaufwirtschaftsgesetz schreibt die fünfstufige Abfallhierarchie vor: Vermeiden, Vorbereitung zur Wiederverwendung, Recycling, sonstige Verwertung, Beseitigung.

Behältergrößen von 120 bis 1100 Liter im Vergleich

Fahrbare Müllgroßbehälter nach DIN EN 840 sind der Standard für Restmüll, Papier, Bioabfall und Wertstoffe. Genormt sind 120, 240, 660, 770 und 1100 Liter. Vier Rollen, ein Deckel, definierte Schüttkanten.

Behältergrößen und Kosten

120 Liter

Stellfläche
0,3 m²
Miete je Monat
1,50 bis 4 Euro
Leerung
3 bis 7 Euro
Preis je Liter
höher

240 Liter

Stellfläche
0,45 m²
Miete je Monat
2 bis 6 Euro
Leerung
5 bis 12 Euro
Preis je Liter
Referenz

1100 Liter

Stellfläche
1,5 m²
Miete je Monat
8 bis 20 Euro
Leerung
25 bis 60 Euro
Preis je Liter
rund 20 % günstiger

Die Miete wächst langsamer als das Volumen. Ein 1100-Liter-Behälter fasst fast fünfmal so viel wie ein 240-Liter-Behälter, kostet in der Grundmiete aber nur rund das Dreifache. Je Liter Füllvolumen sinkt der Preis damit um etwa 20 Prozent. Bei jeder Leerung wiederholt sich dieser Effekt.

Behältergrößen im Vergleich

BehälterVolumenMaße B x T x HStellflächeMiete je MonatLeerung
MGB120 Liter0,48 x 0,55 x 0,94 m0,3 m²1,50 bis 4 Euro3 bis 7 Euro
MGB240 Liter0,58 x 0,74 x 1,07 m0,45 m²2 bis 6 Euro5 bis 12 Euro
MGB660 Liter1,21 x 0,78 x 1,22 m1,0 m²5 bis 12 Euro18 bis 35 Euro
MGB770 Liter1,37 x 0,78 x 1,30 m1,1 m²5 bis 13 Euro20 bis 38 Euro
MGB1100 Liter1,37 x 1,10 x 1,45 m1,5 m²8 bis 20 Euro25 bis 60 Euro

Die Werte sind Richtwerte aus Marktangeboten, regionale Abweichungen bis zu 50 Prozent sind möglich. Kleine Behälter bleiben Handarbeit. 240-Liter-Behälter werden geschoben und gekippt, was körperlich belastet. Die DGUV - Prävention bündelt Vorgaben zu Unterweisung, Hilfsmitteln und Ergonomie für solche Tätigkeiten. Ab 660 Liter übernimmt die Schüttung des Fahrzeugs die Arbeit.

Für Gewerbeabfälle gilt die Getrenntsammlungspflicht. Papier, Glas, Metall, Kunststoff, Bioabfall und Restmüll gehören in eigene Behälter, soweit das technisch möglich und zumutbar ist. Das Umweltbundesamt beschreibt die Grundlagen dieser Kreislaufwirtschaft und die Quote, die daraus folgt.

Absetzmulden, Ballenpressen und Unterflurcontainer im Profil

Nicht jeder Abfall passt in einen Rollbehälter. Für sperrige, schwere oder voluminöse Fraktionen kommen vier Systeme in Frage.

Absetzmulden fassen 5 bis 15 Kubikmeter. Sie eignen sich für Bauschutt, Metallschrott, Sperrmüll und lose Kartonagen. Der Absetzkipper setzt die Mulde ab, der Betrieb belädt sie in Ruhe. Volle gegen leere Mulde tauschen, das ist der ganze Vorgang. Nachteil: hoher Platzbedarf und offene Oberfläche bei staubenden oder riechenden Abfällen.

Ballenpressen verdichten Kartonagen, Folien und Verbunde zu Ballen. Das Transportvolumen sinkt auf bis zu 20 Prozent. Ein Betrieb mit 20 Kubikmetern Kartonage pro Woche fährt danach statt vier nur noch einen Transport. Benötigt werden Stellfläche, Stromanschluss und ein trockenes Ballenlager.

Unterflurcontainer verschwinden in einer Baugrube. Sichtbar bleibt der Einwurf, 2 bis 4 Quadratmeter genügen. Geruch, Lärm und Vandalismus sinken, die Zufahrt bleibt frei. Baugrube, Statik und Genehmigung sind vorab zu klären.

Abrollcontainer fassen 10 bis 40 Kubikmeter und werden dauerhaft oder im Wechsel gestellt. Sie sind die Wahl für große Mengen und für Abfälle mit Dokumentationspflicht. Was bei der Entsorgung solcher Fraktionen zu beachten ist, erläutert das Umweltbundesamt zur Entsorgung.

Mieten, Leerungskosten und Platzbedarf

Volumen

Absetzmulde
5 bis 7 m³
Absetzmulde
10 bis 15 m³
Ballenpresse
Ballen
Unterflurcontainer
3 bis 5 m³

Miete je Monat

Absetzmulde
20 bis 60 Euro
Absetzmulde
30 bis 90 Euro
Ballenpresse
150 bis 500 Euro
Unterflurcontainer
80 bis 200 Euro

Wechsel oder Leerung

Absetzmulde
Transport 80 bis 250 Euro
Absetzmulde
Transport 120 bis 350 Euro
Ballenpresse
Kauf 8.000 bis 40.000 Euro
Unterflurcontainer
Leerung 40 bis 90 Euro

Stellfläche

Absetzmulde
15 m²
Absetzmulde
18 m²
Ballenpresse
4 bis 12 m²
Unterflurcontainer
2 bis 4 m²

Vier Faktoren bestimmen den Preis: Region, Vertragslaufzeit, Anfahrt und Abfallart. Ballungsräume und dünn besiedelte Landkreise liegen weit auseinander. Verträge über 24 oder 36 Monate sind billiger als Einzelaufträge, binden aber. Kurze Anfahrtswege senken den Leerungspreis, weil die Rüstzeit pro Stopp zählt. Restmüll kostet mehr als Papier, Sonderabfall deutlich mehr.

Achten Sie auf die Preisgleitklausel. Viele Verträge koppeln Miete und Leerung an Lohn- und Kraftstoffkosten. Ein niedriger Einstiegspreis sagt wenig über die Kosten im dritten Jahr.

Beim Platzbedarf zählt die Stellfläche plus Rangierraum. Rechnen Sie vor jedem Behälter 1,5 bis 2 Meter Arbeitsraum ein. Bei Unterflursystemen kommt der Standort für das Hebezeug hinzu.

Anbieter für Behälter, Pressen und Unterflursysteme

Bundesweit tätige Entsorger wie REMONDIS, Veolia Umweltservice, PreZero und Interzero stellen Behälter und Mulden im Leerungsvertrag. Regional ergänzen Anbieter wie Lobbe in Westfalen und Nehlsen im Nordwesten das Feld. Wer nur Behälter braucht, wendet sich an Hersteller wie Craemer oder ESE World.

Ballenpressen für Kartonage und Folie kommen unter anderem von HSM, Bramidan und Strautmann Umwelttechnik. Sie unterscheiden sich in Presskraft, Ballengröße und Durchsatz. Für 20 Kubikmeter Kartonage pro Woche genügt meist ein Gerät mit mittlerer Presskraft.

Unterflur- und Halbunterflursysteme liefern Molok, Sotkon und ESE World. Bei Mietmodellen übernimmt der Anbieter häufig Einbau, Wartung und Leerung aus einer Hand.

Ein Hinweis zur Angebotseinholung: Vergleichen Sie Miete, Leerungspreis, Transportkosten, Gewichtsgrenzen, Laufzeit und Kündigungsfrist in einer Tabelle. Nur so werden Angebote überhaupt vergleichbar.

Rechenbeispiel: Behältergröße entscheidet über 3.264 Euro im Jahr

Ein Betrieb produziert 4.400 Liter Restmüll pro Woche. Angenommen werden Richtwerte: 1100-Liter-Behälter mit 12 Euro Miete und 45 Euro je Leerung, 240-Liter-Behälter mit 3 Euro Miete und 12 Euro je Leerung, 52 Leerungswochen.

Variante A: vier Behälter mit 1100 Litern, eine Leerung pro Woche. Das ergibt 4.400 Liter. Leerungskosten: 4 mal 45 Euro mal 52 Wochen sind 9.360 Euro. Miete: 4 mal 12 Euro mal 12 Monate sind 576 Euro. Gesamt: 9.936 Euro pro Jahr.

Variante B: zwanzig Behälter mit 240 Litern, eine Leerung pro Woche. Das ergibt 4.800 Liter. Leerungskosten: 20 mal 12 Euro mal 52 Wochen sind 12.480 Euro. Miete: 20 mal 3 Euro mal 12 Monate sind 720 Euro. Gesamt: 13.200 Euro pro Jahr.

Die Differenz beträgt 3.264 Euro, rund 33 Prozent. Auf die gleiche Menge von 4.400 Litern gerechnet kostet Variante B etwa 220 Euro pro Woche, Variante A 180 Euro. Je Liter sind das 5 Cent gegen 4,1 Cent. Variante B bindet zudem 20 Behälter und mehr Stellfläche.

Das Statistische Bundesamt weist in seiner Abfallstatistik das Aufkommen nach Fraktionen aus. Solche Durchschnittswerte helfen bei der eigenen Mengenschätzung, ersetzen aber keine Wiegung im Betrieb.

In fünf Schritten zum passenden Sammelsystem

  1. Abfallarten und Mengen erfassen: Liter pro Woche, getrennt nach Restmüll, Papier, Kartonage, Folie, Bioabfall und Schrott.
  2. Dichte prüfenLeichte Fraktionen gehören in die Presse, schwere und feuchte in den Behälter.
  3. Behältergröße und Turnus festlegenVolumen durch Behältervolumen teilen, 10 bis 20 Prozent Reserve einplanen.
  4. Stellfläche und Logistik prüfenRangierraum, Zufahrt, Arbeitsschutz und Brandschutzabstände.
  5. Angebote vergleichenMiete, Leerungspreis, Transport, Laufzeit, Kündigungsfrist und Preisgleitklausel.

Häufige Fragen

Welche Behältergröße passt zu welchem Abfall?

Papier und Kartonage gehören in 1100-Liter-Behälter oder in die Presse, weil sie leicht und voluminös sind. Restmüll läuft gut in 660 bis 1100 Litern. Bioabfall sammelt man in 120 bis 240 Litern und stellt die Behälter kühl.

Was kostet ein 1100-Liter-Container pro Monat?

Marktüblich sind 8 bis 20 Euro Miete, jede Leerung kostet 25 bis 60 Euro. Im Leerungsvertrag liegt die Miete oft am unteren Rand, weil der Entsorger über die Leerungen verdient.

Wann lohnt sich eine Ballenpresse?

Ab etwa 10 Kubikmetern Kartonage oder Folie pro Woche und bei langen Transportwegen. Die Miete liegt bei 150 bis 500 Euro pro Monat, der Kauf bei 8.000 bis 40.000 Euro.

Brauche ich für einen Unterflurcontainer eine Genehmigung?

In der Regel ja. Nötig sind die Zustimmung der Kommune, ein Nachweis zur Statik und die Prüfung von Leitungen im Untergrund. Bei Mietmodellen stimmt der Anbieter die Formalitäten häufig ab.

Wie oft müssen Behälter gereinigt werden?

Das regeln Vertrag und Hygieneplan. Bioabfallbehälter brauchen im Sommer häufig eine Reinigung, Restmüllbehälter meist ein bis zwei Termine pro Jahr.

In diesem Leitfaden

  1. Mietbehälter oder eigene Ballenpresse im Vergleich für mittlere BetriebeMietbehälter oder eigene Ballenpresse im Vergleich: Kosten für fünf Tonnen Pappe je Monat, Mietraten, Wartung, Platzbedarf und Anschlusswerte im Betrieb.
  2. Wann lohnt sich ein Unterflurcontainer für Gewerbeabfall?Unterflurcontainer für Gewerbeabfall: Einbaukosten, Genehmigung, Bodenverhältnisse, Volumen in Litern und laufende Kosten im Vergleich zu oberirdischen Behältern.
  3. Ratgeber für die Wahl der Behältergröße im Betrieb mit VolumentabelleBehältergröße im Betrieb bestimmen: Volumentabelle von 60 bis 1100 Litern, Leerungsintervalle, Gewichte je Leerung sowie Hinweise zu kommunalen Vorgaben.
  4. 3 Wege zur Abfallerfassung im Betrieb für kleine und mittlere FirmenAbfallerfassung im Betrieb: drei Wege für kleine und mittlere Firmen mit Mengengrenzen, Kosten in Euro und Auswahlkriterien im direkten Vergleich.

Mehr aus Betriebsabfälle