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Wertstoffverwertung

Teil von Wie organisiere ich die Wertstoffverwertung im Betrieb und welche Fraktionen muss ich trennen?

Altmetall und Schrott verwerten: Erlöse und Nachweise im Betrieb

Altmetall und Schrott verwerten: Erlöse je Tonne netto, Abfallschlüssel, Annahmebedingungen der Aufkäufer, Wiegeschein und Nachweise für Metallbetriebe.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Nach Sorten getrennter Schrott bringt mehr als Mischschrott, weil Aufkäufer je Sorte abrechnen.
  • Verbindlich wird der Preis erst im Tagesangebot und auf dem Wiegeschein, immer netto je Tonne.
  • Übliche Spannen reichen von rund 200 Euro je Tonne Stahlschrott bis über 6.000 Euro je Tonne blankem Kupfer.
  • Gefährliche Metallabfälle laufen über das Nachweisverfahren, ungefährliche über Wiegeschein und Übernahmebestätigung.

Fraktionen, Abfallschlüssel und Annahmebedingungen

Metallverarbeitende Betriebe erzeugen Stanzabfälle, Drehspäne, Rohrabschnitte, Blechreste, ausgemusterte Werkzeuge und Kabel. Das Umweltbundesamt beschreibt die einzelnen Abfallarten und ihre Entsorgungswege. Für den Erlös zählt die Sortenreinheit, denn Mischschrott aus Eisen- und Nichteisenmetallen wird schlechter bezahlt als getrennte Partien.

Metallfraktionen: Erkennung und Erlös

Erkennung

Eisen- und Stahlschrott
magnetisch, massive Teile
Edelstahl
schwach magnetisch
Aluminium
leicht, unmagnetisch
Kupfer, blank
rot, gut leitend
Messing
gelblich, spanend

Abfallschlüssel

Eisen- und Stahlschrott
17 04 05, 12 01 01
Edelstahl
12 01 01, 17 04 05
Aluminium
17 04 02, 12 01 03
Kupfer, blank
17 04 01, 12 01 03
Messing
17 04 01, 12 01 03

Erlös netto je Tonne

Eisen- und Stahlschrott
200 bis 350 Euro
Edelstahl
1.000 bis 1.600 Euro
Aluminium
1.100 bis 1.800 Euro
Kupfer, blank
6.000 bis 8.500 Euro
Messing
3.500 bis 5.000 Euro

Der Magnet trennt Eisen und Stahl von Aluminium, Kupfer, Messing, Zink, Blei und Edelstahl. Kabel schneidet man auf, weil blanke Kupferadern eine höhere Sorte erzielen als isolierter Kabelschrott. Späne werden nach Metallart gesammelt, damit Kühlschmierstoff abtropfen kann.

FraktionErkennungAbfallschlüssel nach AVVGrößenordnung netto je Tonne
Eisen- und Stahlschrottmagnetisch, massive Teile17 04 05, 12 01 01rund 200 bis 350 Euro
Edelstahlschwach magnetisch12 01 01, 17 04 05rund 1.000 bis 1.600 Euro
Aluminiumleicht, unmagnetisch17 04 02, 12 01 03rund 1.100 bis 1.800 Euro
Kupfer, blankrot, gut leitend17 04 01, 12 01 03rund 6.000 bis 8.500 Euro
Messinggelblich, spanend17 04 01, 12 01 03rund 3.500 bis 5.000 Euro

Die Spannen sind marktübliche Anhaltspunkte und keine Preisauskunft, weil Sortenzuschläge und Abzüge fehlen. Die Schlüssel stammen aus der Abfallverzeichnis-Verordnung; ob Kapitel 12 oder Kapitel 17 greift, hängt von der Herkunft des Abfalls ab.

Angenommen werden nur ofengängige Stücke bis zur vorgegebenen Kantenlänge. Zurückgewiesen werden geschlossene Behälter, Druckgasflaschen, Kanister und ölgefüllte Teile, weil beim Einschmelzen Verpuffungen drohen. Kabel mit Bleimantel und cadmiumhaltige Ware sind Sonderfälle.

Preise, Aufkäufer und Wiegung

Kupfer, Aluminium, Nickel und Zink werden an Rohstoffbörsen notiert, Schrottpreise folgen diesen Notierungen mit Abstand. Aufkäufer wie TSR Recycling, Scholz Recycling, Remondis und Interzero nehmen Eisen- und Nichteisenmetalle an, daneben regionale Schrotthändler und Online-Ankäufer. Verbindlich ist allein das Tagesangebot je Sorte.

Rechenbeispiel Monatscharge

  • 1.504 EuroErlös für 6,4 t Stahlschrott
  • 1.160 EuroErlös für 0,8 t Aluminium
  • 2.664 EuroSumme netto vor Abzug
  • 2.544 EuroAuszahlung nach 120 Euro Fracht

Dass die Verwertung Vorrang vor der Beseitigung hat, gibt die Rangfolge der Abfallhierarchie nach § 7 KrWG vor.

Abzüge entstehen durch Anhaftungen von Beton, Lack oder Öl, Feuchtigkeit in Spänen, nicht ofengängige Stücke und Frachtpauschalen. Kleinstmengen unterhalb der Aufkaufgrenze rechnen sich selten.

Gewogen wird auf einer geeichten Waage. Der Wiegeschein nennt Datum, Fahrzeugkennzeichen, Brutto, Tara, Netto, Sorte und Empfänger. Der Betrieb prüft den Schein gegen die eigene Aufzeichnung und heftet ihn zum Vorgang.

Rechenbeispiel für eine Monatscharge

Angenommen, eine Werkstatt sammelt monatlich 6,4 Tonnen Stahlschrott und 0,8 Tonnen Aluminiumprofile. Angenommen, der Aufkäufer zahlt 235 Euro netto je Tonne Stahlschrott und 1.450 Euro netto je Tonne Aluminium. Beide Preise sind angenommen und schwanken mit der Marktlage.

Das ergibt 1.504 Euro für den Stahlschrott und 1.160 Euro für das Aluminium, zusammen 2.664 Euro netto. Zieht der Händler 120 Euro Frachtpauschale ab, bleiben 2.544 Euro netto.

Nachweise, Formulare und Fristen

Jede Übergabe wird mit Abfallschlüssel, Menge, Datum und Empfänger erfasst. Bei ungefährlichen Schrotten bleiben Wiegeschein und Übernahmebestätigung der betriebliche Beleg, ein Begleitschein ist nicht erforderlich.

Bei gefährlichen Metallabfällen, etwa ölhaltigen Spänen oder schwermetallhaltigen Schlämmen, läuft die Übergabe über das elektronische Abfallnachweisverfahren (eANV). Der Begleitschein wird vor Beginn der Beförderung erstellt und mit qualifizierter elektronischer Signatur versehen; je nach Menge kommen Entsorgungsnachweis und verantwortliche Erklärung hinzu. Welche Pflichten gelten, fasst das Kreislaufwirtschafts- und Abfallrecht des Bundes zusammen.

Betriebe mit mehr als 2 Tonnen gefährlichen Abfällen je Jahr erstellen Abfallwirtschaftskonzept und Abfallbilanz, registerpflichtige Abfälle gehören in das Abfallregister. Die Nachweise werden geordnet aufbewahrt, drei Jahre gelten als gebräuchliche Orientierung. Die genaue Frist gibt die Nachweisverordnung vor, im Zweifel ist sie bei der zuständigen Behörde zu erfragen.

Häufige Fragen

Wer nimmt Altmetall und Schrott an?

Große Aufkäufer wie TSR Recycling, Scholz Recycling, Remondis und Interzero, daneben regionale Schrotthändler und Container-Dienste. Mindestmengen und Annahmebedingungen erfragt man vorab.

Wie viel bringt eine Tonne Kupferschrott?

Eine feste Zahl gibt es nicht, weil die Notierungen täglich schwanken. Blanke Kupferadern erzielen mehr als verzinte Ware und liegen grob bei 6.000 bis 8.500 Euro netto je Tonne. Verbindlich bleibt das Tagesangebot.

Reicht der Wiegeschein als Nachweis?

Bei ungefährlichen Schrotten bildet er zusammen mit der Übernahmebestätigung den betrieblichen Beleg. Bei gefährlichen Abfällen ersetzt er keinen Begleitschein im eANV.

Welche Frist gilt für den Begleitschein?

Er muss vor Beginn der Beförderung vorliegen und signiert sein. Rücklauf und Aufbewahrung regelt die Nachweisverordnung.

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